Pfarrkirche zum Hl. Martin

Pfarrkirche Hl. Martin

Die Pfarrkirche Hl. Martin, in der sich noch gotische Reste (Netzrippengewölbe in der Sakristei, Spitzbögen im Läuthaus) befinden, wurde im Renaissance - Stil erbaut. Zwischen 1670 und 1680 mag das formschöne Hauptschiff seine heutige Gestalt erhalten haben.
Das Hochaltarbild zeigt unseren Pfarrpatron, den Hl. Martin von Tours, dieser darf dem Rokokostil zugeschrieben werden. Die beiden Nebenaltäre im Hauptschiff gehören noch dem Barockstil an.

Erwähnenswert ist die schöne barocke Kanzel, deren Künstler Bartholomäus Segn sich samt Entstehungsdatum 1688 im offenen Buch des Hl. Hieronymus verewigt hat.

Im Jahr 1725 wurde an unsere Pfarrkirche gleichsam als zweites Kirchenschiff die Sebastianikapelle angefügt.

 


Vituskirche in Hehenberg

Vituskirche in Hehenberg

Unsere Filialkirche in Hehenberg stammt aus dem 14. Jhdt. und ist in der Zeit der Spätgotik (Netzrippengewölbe, Spitzbögen an den Fenstern) errichtet worden.  Sie ist dem Hl. Vitus, einem römischen Märtyrer geweiht.


Lourdeskapelle

Die Lourdeskapelle in der Ortschaft Aich wurde 1886 – 1887 erbaut und erinnert an die Erscheinung ´Unserer Lieben Frau in Lourdes`. 



Geschichtliches

Unsere Kirche dürfte ursprünglich wahrscheinlich eine „ecclesiae baptismales“ also eine Tauf-Kirche (eine vom römischen Recht geprägte Organisationsform, die hauptsächliche Hauptkirchen und untergeordnete Nebenkirchen kennt) gewesen sein, wohin die Kinder vom heutigen Gebiet von Kallham, St. Georgen, Grieskirchen, Gallspach, Hofkirchen, Weibern, Aistersheim, Neumarkt, Pötting und Wendling zur Taufe gebracht wurden.

Im Jahr 785 wird in einer Urkunde erwähnt, dass der Priester Snelrich seine Besitzungen in „dratihaha“ (Trattnach) zur Kirche des heiligen Erzmärtyrers Stephan innerhalb der Stadt Passau geschenkt hat. Da bestätigt ist, dass der Priester auf seinem Stammsitz verweilte, dürfte unsere Kirche ab dem 8. Jahrhundert eine „ecclesiae parochiales“, also eine bischöfliche Eigenkirche gewesen sein. Das heißt, dass die damaligen Bischöfe von Passau die eigentlichen Kirchenherren über das Gotteshaus waren, wo ein von ihnen eingesetzter Geistlicher wirkte.

Erst nach dem Investiturstreit (1075 - 1077) wurde die pfarrliche Durchorganisation unserer Heimat unter Bischof Altmann (1065 -1091) und seinen Nachfolgern vorangetrieben.

Von einer Pfarrei sprach man im Mittelalter, wenn eine eigene Kirche mit dazugehörigem Sprengel, ein eigener Seelsorger, die rechtliche Unabhängigkeit von einer anderen Pfarrei und pfarrliche Rechte (vor allem das Tauf- und Begräbnisrecht) gegeben waren.

Der damalige Sprengel der Pfarre Taufkirchen/Tr. umfasste die heutigen Orte Kallham, Pötting, Neumarkt und Wendling.

In der Reformationszeit war unsere Pfarre, so wie weite Gebiete des heutigen Oberösterreichs, protestantisch. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert wurde Taufkirchen/Tr. wieder katholisch.

Der damalige Pfarrer Johann Grimmelius (1598 – 1617) verlegte sogar den Pfarrsitz nach Kallham und nannte sich laut einer in unserer Pfarrkirche noch erhaltenen Grabtafel Kirchherr von Kallham und Taufkirchen/Tr.
Das hatte zur Folge, dass sich Kallham samt den heutigen Orten Neumarkt, Pötting und Wendling damit endgültig von der Pfarre Taufkirchen/Tr. lösen konnte.