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01.09.2020

Sehenswerte Ausstellung im Schloss Tollet: "WIR und 25 EUJAHRE"

Am 12. Juni 1994 hatten 66,6 % der wahlberechtigten Österreicherinnen und Österreicher für den Beitritt zur EU votiert. Ab 1. 1. 1995 war Österreich Mitglied. Als vermutlich einziger Kulturträger Österreichs vermittelt das KULTURAMA Schloss Tollet in der Ausstellung ein vielfältiges Bild Europas und der Beziehungen Österreichs zur Gemeinschaft, die über die wirtschaftlichen weit hinausgehen.

Medial bestens aufbereitete Informationen aus der Geschichte des Kontinents, der Natur, den Kulturen und Religionen, der Wirtschaft und der Bildung geben einen Überblick. Schwerpunkte sind Beispiele mit lokalem Bezug, die zeigen, wie sich die Mitgliedschaft auf das Leben der Menschen in der Region auswirkt.

 

Im Schlosshof begrüßen die Fahnen der 27 Mitgliedsländer die Gäste. Im ersten Teil der Ausstellung wird hier auf 8 Schautafeln des Österreichischen Naturschutzbundes Europas große Naturschutzinitiative, das GRÜNE BAND, vorgestellt. Der weitgehend naturbelassene Grenzstreifen des ehemaligen Eisernen Vorhangs quer durch Europa hat sich zu einem wertvollen und schützenswerten Naturraum entwickelt.

 

ERASMUS – Projekte von Schulen aus dem Raum Grieskirchen – Wels werden ebenfalls im Hof des Renaissanceschlosses, das an sich schon einen Besuch wert ist, vorgestellt. Die gemeinsamen Aktivitäten junger Menschen verschiedener Länder sollen die Kontakte fördern und zur allgemeinen und beruflichen Bildung beitragen.

Im ersten Schauraum des Museums KULTURAMA informieren Textilbanner der EU – Wanderausstellung u. a. über die Entstehung der EU, über die Institutionen und Strukturen, über den Weg Österreichs in die Gemeinschaft und über die möglichen Folgen des Austritts.

 

Zu den schrecklichsten Ereignissen während der NS – Diktatur in Österreich zählt der Ausbruchsversuch von 500 Häftlingen aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Februar 1945 („Mühlviertler Hasenjagd“, aktuelle Bezeichnung „Mühlviertler Menschenhatz“). Sascha Michejenkov war einer der wenigen Überlebenden, dem die Flucht über die tschechische Grenze gelang. Bewohner des Dorfes Jitra versteckten ihn im Wald. Der hölzerne Spazierstock, den Michejenkov in seinem Versteck mit Verzierungen gestaltete, ist in einer Vitrine zu sehen.

 

Die Religionen, die in Europa eine Rolle spielen, dürfen in einer EU – Präsentation nicht fehlen. Die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam haben im Laufe der Geschichte hier ihren Platz und ihre Bedeutung gefunden, aber auch der Buddhismus und der Hinduismus sind vertreten. Das Verbindende kommt in Ritualen und dem Gebrauch und der Bedeutung sakraler Gegenstände zum Ausdruck. Die große Monstranz der Stadtpfarrkirche Grieskirchen kann in der Ausstellung bewundert werden.

 

Die Wirtschaft und die gemeinsame Währung EURO bilden die Klammer, die die europäische Gemeinschaft zusammenhalten soll. In Vertretung der lokalen Wirtschaft werden die Firmen AVStumpfl, Fröling und Pöttinger und typische Produkte präsentiert. Sie treten national, im EU-Raum und darüber hinaus stark in Erscheinung.

 

Es gibt noch immer keine Informationen über den Fundort des Tolleter Münzschatzes aus dem Jahr 1945. Dafür lässt der vollständige Münzfund aus Pötting, der vom Oö. Landesmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde, erahnen, wie schwierig Geldverkehr und Sparen in früheren Jahrhunderten gewesen sein müssen.

 

Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden sind wichtige, völkerverbindende Zeichen. Als erste Gemeinde Österreichs begründete Bad Schallerbach 1955 die Partnerschaft mit dem belgischen Badeort Koksijde, die bis heute mit Leben erfüllt ist.

 

Aus zahlreichen EU-Ländern stammen die landestypisch gestalteten Puppenfiguren, die aus einer privaten Sammlung zur Verfügung gestellt wurden.

 

Jeder Besucher/Jede Besucherin erhält zu Beginn einen „Glücks-Cent“ geschenkt. Die „EU-Torte“ lädt zum EURO-Schätzspiel ein. 200 EURO und Jahreskarten für die KULTURAMA-Programme 2021 und 2022 winken als Preise beim KULTURAMA-Gewinnspiel. Dabei sind anhand von Fotos geografische Highlights aus jenen Ländern zu erkennen, die von der Donau durchflossen werden. 

Die äußerst sehenswerte Schau wird von 19 Beamern sowie Großbildschirmen und Touchscreens digital professionell unterstützt.

 

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonn- und Feiertag von 13.30 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (0680 126 07 49).